Eine Tourenbeschreibung
Manchmal fahre ich morgens los, nur mit einer Idee der Richtung aber keinem Plan, wie oder wann ich wieder zu Hause sein möchte.
Bei einer solcher Ausfahrten entlang der Nordbahntrasse in Wuppertal entstand eine etwa 100km lange Roundtour durch das Rheinisch Bergische Land.
Für die Beschreibung der Tour starte ich in Remscheid am Lenneper Bahnhof. Dieser bietet sich zum einen als guter Treffpunkt an, als auch daß hier die Fahrradtrasse endet, über die ich am Schluss wieder zurück komme.


Demnach starte ich nicht auf der Trasse nach Westen, sondern zunächst östlich Richtung Schwelm. Zum Warmfahren geht es nach einem kurzen Stück an der Lenneper Altstadt vorbei, die Schwelmer Straße bergauf. Dieser weiter folgend geht es dann bis hinunter nach Wuppertal Beyenburg.
In Beyenburg wird links abgebogen auf die L414 Richtung Wuppertal immer an der Wupper entlang bis zum Bahnhof Oberbarmen an der B7.
Etwas versteckt zweigt hier nach rechts die Langobardenstrasse ab, an deren Ende eine kleine Rampe auf die Nordbahntrasse beim alten Wichlinghauser Bahnhof führt. Es bietet sich an, nach dem Anstieg hier eine kleine Rast einzulegen.
Nun geht es recht entspannt fast 12km entlang der Nordbahntrasse bis zu derem Ende hinter Wuppertal Vohwinkel.
So wie die Nordbahntrasse mit einem Anstieg betreten wurde, steht an ihrem Ende wieder ein Stück Arbeit an. Entlang der B228 geht es zunächst etwas nach oben, um dann in einer Serpentine ins Tal zu kommen, nur um an deren Ende wieder auf die Höhe zu fahren und zuletzt wieder ein Stück abwärts bis nach Haan hinein.
Ab nun ist wieder genussvolles Fahren angesagt. Das langezogene Gefälle bis nach Hilden und an den Rhein birgt keine großen Kraftanstrengungen mehr.
Einfahrend nach Düsseldorf Benrath kann man sich nun entscheiden, möchte man lieber im Schlosspark eine Rast einlegen und weiter bis zum Benrather Schloss zu fahren, oder nimmt man den Weg etwas südlich Richtung Urdenbacher Kämpe um in Baumberg in der Gaststätte am Rhein, oder dem dort ausgestellten Schiff “Fiat Voluntas” zu rasten.
In jedem Fall sollte man nun eine Pause einlegen. Je nach Kondition und vorgelegtem Tempo hat man bis hierher schon um die 1900kcal verarbeitet und der Rückweg geht in wenigen Kilometern nur noch berg an.
Nach dem Auftanken geht es nun in gemütlichem Tempo den Rhein entlang bis hinter Rheindorf die Wuppermündung kommt. Hier verabschieden wir uns wieder vom Rhein und biegen ostwärts nach Opladen ab.
Entlang der Wupper und dem Mühlengraben der Reuschenberger Mühle geht es bis hinter Opladen, um hier auf die Balkantrasse zurück nach Remscheid aufzusetzen.
Ab nun geht es gute 27km stetig bergauf über Burscheid, Hilgen, Wermelskirchen und am Ende winkt wieder die Bahnhofsuhr in Lennep.
Höhenprofil
Technische Zusammenfassung
- Gesamtstrecke: ~100km
- Höhenmeter: ~860m
- Untergund: Asphalt, fester Kies
- Wege: öffentliche Straßen, Radwege, befestigte Wanderwege
- Fitnessprofil: Ausdauer
- Tourzeit: 6 bis 8 Stunden
- Geeignet für: UpRight, Liegerad, Pedelec, E-Bike, Trike, Anhänger, Lastenräder
- Anspruch:
Das Streckenprofil ist anspruchslos. Bis auf wenige starke Anstiege (bsp. Langobardenstrasse), geht es gemäßigt zu. Durch den Anteil öffentlicher Strassen ist gute Erfahrung im Verkehr unabdingbar. - Kinder:
Kinder unter 14 Jahre wird die Strecke NICHT empfohlen.
Kinder ab 14 Jahre sollten die Strecke nur in Begleitung der Eltern und einer streckenerfahrenen Person unternehmen.
Tourplanung
Pedelec und E-Bike Fahrer sind von dem folgenden Vorschlag ausgeschlossen.
Alle Werte beziehen sich auf eine männliche Person im Alter von 55 Jahren und einem Gewicht von um die 85kg. Alter und Körpergewicht beeinflussen die Angaben signifikant, daher immer die eigene Situation zugrunde legen. Untrainierte Personen rate ich sich mit erfahrenen Mittelstreckenfahrern austauschen. Nur wer vorher gut plant, kann am Ende der Tour den Spaß nicht verlieren.
Sollte man während der Fahrt dennoch merken, daß man sich verschätzt hat, ist es keine Schande, abzubrechen. Die zahlreichen Bahnhöfe bieten jederzeit einen Notausgang. Die dann gemachten Erfahrungen lassen die nächste Runde umso erfolgreicher vorbereiten.
Natürlich spielt der eigene Trainingszustand eine individuelle Rolle und Menschen, die wissen, wie ihr Körper tickt, brauche ich bestimmt keine Vorschläge zu machen. Für jene, die noch nicht so ganz in der Materie stecken, hier ein Anhaltspunkt.
Essen
Etwa zwischen 60 bis spätestens 30 Minuten vor dem Start sollte man gut essen. Nudeln, Kartoffeln aber auch ein gutes Stück Fleisch gemischt mit Gemüse sollten in Summe auf 2000 bis 3000kcal kommen. Aber Achtung, eine “Völlegefühl” wird nicht gebraucht -was nicht “reinpasst” lieber für Unterwegs in kleinen Portionen mitnehmen.
Die Strecke ist insofern anspruchsvoll, daß man gut haushalten können muss. Da der kontinuierliche Anstieg im letzten Drittel dem Körper sehr viel abverlangen kann, muss man dem Drang widerstehen, auf dem vermeintlich leichten ersten Drittel zu viel Tempo zu machen.
Mit insgesamt 4200kcal muss die Energiezufuhr klar beachtet werden. Man sollte sich mit seinen Puls-Zonen vertraut machen und während der Fahrt vor allem an den Steigungen darauf achten, sich nicht “sauer” zu fahren. Ist der Körper einmal in der sauren Phase, ist es sehr schwer wieder aus dieser herauszukommen und Muskelkrämpfe zu vermeiden.
Helfen kann hierbei, einen kleineren Gang zu wählen. Lieber etwas schneller treten, dafür nicht so viel Energie pro Umdrehung im Muskel umsetzen. Das gibt dem Körper Zeit, Brennstoff aus dem Blut in die Zellen zu bringen.
Für die Pause sollten in Summe mindestens 1500kcal eingeplant werden.
Trinken
Wasser ist auf dieser Route unverzichtbar. Unter zwei Liter darf man nicht planen. Flüssigkeitsaufnahme nur in einer größeren Pause einzuplanen, wird den Körper schnell an seine Grenze bringen. Sorgen Sie also dafür, daß Sie ausreichend Flüssigkeit in Getränkeflaschen mitführen, die sie leicht während der Fahrt bedienen können. Auch ein Trinkrucksack kann sich hier anbieten.
Fazit
Die Tour bietet dem geneigten Fahrer Zeit zum Abschalten durch die größtenteils landschaftlichen Abschnitte. Gleichzeitig kann sie körperlich herausfordernd gefahren werden.
Wer sich noch nie mit der Mittelstrecke befasst hat, findet hier einen Rundkurs, der einen Einstieg in dieses Thema bietet. Durch die Kombination aus öffentlichem Strassenverkehr und abgetrennten Wegen und Trassen, erlebt der Fahrer alle üblichen Fazetten.
Schlussatz
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und Lesezeit und hoffe Ihnen eine Idee gegeben zu haben.




